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How to: Debian 7 Wheezy auf Debian 8 Jessie aktualisieren

Die Linux Distribution Debian 8 ‚Jessie‘ wurde am 25.April nach ca. 2 Jahren Entwicklungsarbeit veröffentlicht.
Viele Pakete wurden aktualisiert, Apache, PHP und Konsorten sind jetzt relativ frisch enthalten.

Knapp 2 Wochen sind nun seit dem Release vergangen – wir kommen jetzt in die Zeit wo es sich lohnt upzudaten :)

Bei Debian ist es so, dass auch zwischen ‚Major Releases‘ relativ gut und sicher upgedatet werden kann.
Ob man das machen möchte – oder lieber seine Server von Grund auf neu installiert – das bleibt jedem selbst überlassen.
Es gibt ja noch Support für Debian 7 ‚Wheezy‘ – daher besteht kein Zwang zum upgrade.

Zum Update meldet ihr euch bitte als Root User an dem System an, alternativ könnt ihr die Arbeiten unter sudo ausführen, unten beschrieben ist die Methode als Root User!

1. System Backup erstellen – Daten sichern

Der ganz Erste und wichtigste Punkt beim Update ist, dass ihr eine Sicherung eurer wichtigen Daten und System Einstellungen vernehmt. Nur so könnt ihr im Zweifelsfall sicher stellen, dass ihr zu einem laufenden System zurück kehren könnt!

Was sollte mindestens gesichert werden?

  • Alle Konfigurations Dateien, am einfachsten das komplette /etc Verzeichnis
  • Debian Paket Informationen (/var/lib/dpkg, /var/lib/apt/extended_states, /var/lib/aptitude/pkgstates)

Benutzer Verzeichnisse werden beim Update nicht angefasst, auch Datenbanken nicht direkt, dennoch würde ich empfehlen, diese zu sichern, da z.B. bei den Datenbanken durch das Update von MySQL unter Umständen nicht vorhersehbare Probleme eintreten können.

Solltet ihr eine Virtualisierungslösung für euren Server nutzen (XEN oä) – dann könnt ihr in der Regel auch vor dem Update einen Snapshot des Servers anfertigen – dann geht das Backup relativ schnell :)

2. Downtime einplanen

Updates gehen nicht ohne Neustart von Diensten plus Neustart des Servers zum Update Ende. Hier müsst ihr also einplanen, dass Teile bzw. Dienste eures Servers, für einen gewissen Zeitraum nicht erreichbar sein werden. Dieser Zeitraum liegt irgendwo zwischen 1 und 3 Stunden, jenachdem wie viel Nacharbeit ihr noch vornehmen müsst. Solltet Ihr User oder Kunden auf dem Server haben, dann solltet ihr überlegen diese vorab zu informieren.

3. Wheezy auf aktuellen Stand bringen

Bevor ihr auf Jessie geht, müsst ihr erst einmal dafür sorgen, dass Wheezy auf dem aktuellen Stand ist, dazu benutzt ihr das folgende Shell Kommando

apt-get update && apt-get upgrade

4. sources.list Datei anpassen

Debian nutzt zum Updaten der Paket ‚apt‘ – und dazu gehört eine Datei mit Informationen über das zu verwendende Repository. Diese Datei heißt /etc/apt/sources.list und enthält benötigte URL und/oder Pfade für die Debian Pakete. In dieser Datei müssen alle ‚wheezy‘ gegen ‚jessie‘ getauscht werden.

Die Datei sieht so – oder so ähnlich aus:

deb http://httpredir.debian.org/debian wheezy main
deb-src http://httpredir.debian.org/debian wheezy main

deb http://httpredir.debian.org/debian wheezy-updates main
deb-src http://httpredir.debian.org/debian wheezy-updates main

deb http://security.debian.org/ wheezy/updates main
deb-src http://security.debian.org/ wheezy/updates main

hier werden mit dem folgenden Befehl die benötigten Änderungen durchgeführt, die erste Zeile erstellt euch ein Backup der sources.list

cp -p /etc/apt/sources.list /etc/apt/sources.list.deb7
sed -i 's/wheezy/jessie/g' /etc/apt/sources.list

5. Update aller Pakete

Nun haben Debian den Ort der neuen, aktuellen Pakete mitgeteilt, also müssen wir auch für die Installation dieser Pakete sorgen. Dieser Schritt muss vor dem eigentlichen Upgrade auf ‚Jessie‘ erfolgen.

apt-get update && apt-get upgrade

Bitte achtet bei diesem Schritt auf möglicherweise auftretende Hinweis Boxen oder Rückfragen der Paket Installationen – sollten diese bei euch angezeigt werden (hängt davon ab, welche Pakete ihr installiert habt) – dann lest euch das gut durch, seht euch ggf. die Differenz Dateien an – und macht euch Notizen über das, was in den Hinweisen steht – hier erhaltet ihr ggf. Hinweise wo noch Nacharbeiten zu erledigen sind!

6. Upgrade auf Jessie durchführen

Nachdem nun alle Updates ausgeführt sind, kommt das eigentliche Upgrade auf Debian 8 ‚Jessie‘ dazu folgenden Befehl ausführen

apt-get dist-upgrade

Auch hier wieder auf mögliche Hinweis boxen achten, siehe Punkt 5.

 7. Abschluss Arbeiten

Herzlichen Glückwunsch – euer System läuft nun auf Debian 8 ‚Jessie‘.

Es lungern noch einige Paket auf dem System welche ihr entfernen könnt, dazu den folgenden Befehl nutzen:

apt-get autoremove

Damit noch ausstehende Kernel Änderungen durchgeführt werden können, führt bitte einen Reboot des Servers durch

reboot

Wenn ihr euch nun einloggt könnt ihr euch die aktuelle Debian Version ansehen bzw. überprüfen

cat /etc/debian_version

sowie die installierte Kernel Version ansehen

uname -a

Bitte überprüft alle Dienste ob sie laufen – wenn nicht, schaut in die Logfiles oder eure Notizen und nehmt entsprechend benötigte Änderungen vor.

Hinweise zu Apache Installationen

Von Wheezy nach Jessie ändert sich die Apache Version von 2.2.x auf 2.4.x – damit gehen einige Änderungen in den Konfigurationsdateien einher, welche vor einem erfolgreichen Neustart angepasst werden müssen, ihr solltet auf jeden Fall einen Blick auf die Apache Seite werfen (Link) und eure Konfigurationen entsprechend überprüfen bzw. anpassen.

Besonders erwähnen möchte ich die folgende Änderung:

2.2 Konfiguration:

Order allow,deny
Allow from all

2.4 Konfiguration:

Require all granted

Wenn ihr das nicht anpasst – werdet ihr keine eurer Seiten aufrufen können ‚Access denied’…

In Options Zeilen müsst ihr darauf achten, dass alle Optionen ein + oder – vorangestellt haben (oder keine), im Zweifel fehlt hier in der 2.2 Konfiguration das ein oder andere + Zeichen

2.2 Konfiguration:

Options -Indexes IncludesNOEXEC +SymLinksifOwnerMatch +ExecCGI

2.4 Konfiguration:

Options -Indexes +IncludesNOEXEC +SymLinksifOwnerMatch +ExecCGI

Wenn ihr das beachtet, dann sollten schnell alle Probleme behoben sein. So – happy updating – und wenn ihr auf Probleme stoßt oder Fragen habt – bitte hier kommentieren!

Titelbild: Juliette Taka BELIN, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 oder GNU GPL v2 oder später

Lightroom 4.1 erhältlich

lightroom-50x50Adobe schickt die ersehnte neue Version von Lightroom auf den Weg. Ab sofort kann man Version 4.1 herunterladen. Mit dieser Version sollen die großen Performance und Katalog Probleme der Version 4 behoben werden, viele User hatten sich über die schlechte Leistung und schwerwiegende Fehler nach dem Katalog Update von Version 3 auf 4 beschwert.
Ich hatte zum Glück keine Probleme in meinem Katalog gesehen, aber die Performance war echt schlecht bis unterirdisch – ich hatte daher schon länger den Release Kandidat von 4.1 in Betrieb, hier war es besser.
Nun gibt es das offizielle Update und hoffentlich wird alles gut! Für 4.0 Lightroom Besitzer ist das Update kostenfrei und ihr solltet es in jedem Fall durchführen!
Downloadgröße: 700+ MB

Lightroom 4.1 Download

Microsoft SkyDrive – Gratis upgrade

Schnelle Meldung an alle Nutzer von Microsoft SkyDrive, hier habt ihr bisher 7GB gratis Speicherplatz. Im Zuge einiger Umstellungen bei Microsoft könnt ihr nun euren Speicher dort upgraden. Es gibt einige zu bezahlende Upgrades (+20 GB für 8.- EUR / Jahr, +50GB für 19.- EUR / Jahr, +100GB für 37.- EUR pro Jahr) – aber es gibt auch, für eine begrenzte Zeit, ein kostenloses Upgrade auf 25GB, also mal 18 GB geschenkt.

thingybob-skydrive-upgrade

Wenn ihr als entweder einen SkyDrive Account habt – oder noch 25GB gratis Speicherplatz sucht, dann logt euch unter http://skydrive.com ein, geht auf SkyDrive > Manage Storage (oder SkyDrive > Speicher verwalten) und sucht euch dort euer Upgrade aus.

Adobe veröffentlicht Lightroom 3.6 RC

thingybob-adobe-lr-logoUnd weiter geht es mit den Lightroom Release Kandidaten – Adobe scheint mir hier mächtig an der Update Schraube zu drehen.
Wer Lightroom nicht kennt – es ist eine Software zur Bearbeitung und Verwaltung von digitalen Bild- und Videodateien.  Das ist eine sehr kurze Beschreibung, das Tool ist ziemlich mächtig!

Mit diesem Release Kandidaten kommt Unterstützung für die folgenden Kameras hinzu:

  • Canon PowerShot S100
  • Nikon 1 J1
  • Nikon 1 V1
  • Panasonic Lumix DMC-GX1
  • Samsung NX5

Des weiteren gibt es Unterstützung für 30+ neue Objektive – ein Haufen Sigma Objektive sind hinzu gekommen sowie reichlich Phase One Linsen.

Es gibt auch noch einige Bug Fixes in diesem Release, aber nichts wirklich großes ist dabei. Es gibt eine Windows und eine MAC Version zum Download – diese kann bis Ende Januar kostenfrei genutzt werden und läuft dann ab. Es steht diesmal keine Sprachversion dabei – könnte sein, dass der RC auch Deutsch spricht, ich denke aber es ist nur in Englisch verfügbar.
Man kann den Release Kandidaten testen und ggf. durch Installation der Version 3.5 wieder zurück gehen, das Datenbank Format hat sich nicht geändert, daher ist es Problemlos möglich wieder auf das Stabile Release zu wechseln.

Passend zum Thema Lightroom und Post Production Software ist dieser Tage ein Post bei Digital Photography School erschienen. Dort gab es erneut eine Umfrage unter den Lesern welche Software diese einsetzen. Im Vergleich zur 2009 durchgeführten Umfrage haben sich die Nutzungszahlen von Adobe Lightroom und Adobe Photoshop vertauscht. So arbeiten 2011 32% mit Lightroom und 21% mit Photoshop, 2009 waren es 18% für Lightroom und 37% für Photoshop.
Das Ergebnis ist interessant und zeigt, dass der Funktionsumfang von Lightroom für die meisten Anwender zu reichen scheint. Mir geht es im Prinzip genauso, die Korrekturen und Anpassungen mit Lightroom sind in den meisten Fällen mehr als ausreichend, auf Photoshop greife ich nur noch ganz selten zurück. Aperture habe ich im Vergleich dazu in die Tonne getreten – das kann ja wirklich nix mehr :)

Viel Spaß beim Testen!

Lightroom 3.6 RC | DownloadLightroom bei Amazon kaufen | Digital Photography School

Thunderbird 8 erschienen

Mal wieder ein Release Wechsel bei Thunderbird – soeben ging es auf Version 8.

thingybob-thunderbird-8-1

Was ist alles neu in diesem Release?
Wie zu erwarten nicht wirklich viel, es gibt ein paar neue Tastenkombinationen für das Suchen nach Mails, es wurde die Schaltfläche zum Wechseln der Ordneransicht entfernt, die Liste der Anhänge wurde überarbeitet (wo das sein soll konnte ich leider nicht finden, bei mir schaut das noch genau so aus wie vorher, lediglich ein ‘Alles Speichern’ scheint dazu gekommen zu sein – oder der ist mir bisher nicht aufgefallen).

Eine weitere Änderung betrifft die Add-ons – und zwar werden alle Add-ons welche außerhalb von Thunderbird installiert wurden per default deaktiviert. Beim Programmstart muss / kann man nun auswählen ob diese Add-ons aktiviert werden sollen oder nicht. Bei mir betraf das z.B. die Erweiterungen durch Kaspersky:

thingybob-thunderbird-8-2

Gut gelöst finde ich die ‘Wird aktiviert, wenn kompatibel’ Funktion bzw. Änderung gegenüber früher, ein bisher aktiviertes Add-on wird damit automatisch upgedatet und wieder aktiviert sobald ein Update vorliegt, somit kann man es sich sparen in den Erweiterungsmanager zu schauen.

Unter der Haube hat sich wie immer auch einiges geändert, wenn ich das richtig lese, dann wurden 6 Fehler gegenüber Version 7 behoben.

Ich hatte beim update keine Probleme, Thunderbird läuft bei mir weiter wie bisher, allerdings beginne ich langsam an dem schnellen Update Zyklus zu zweifeln, der Sinn will sich mit nicht so recht erschließen. Es ist bei weitem ja nicht so, dass echte große Änderungen zwischen den Versionen passieren.
Vielleicht sollte man sich langsam mal von dem Versions Modell verabschieden, was macht es für einen Sinn Version 7, 8 oder 23 zu haben – statt dessen könnte man wirklich dazu übergehen nach Channel zu installieren, Stable für die die ganz sicher sein will und Beta für die Leute die gerne immer uptodate sein möchten.

Mozilla Thunderbird | TB8 Release Note (US) | Mozilla Update Wiki